Um Gefahren für Menschen und Umwelt auszuschließen, ist in jedem Labor bei Chemikalien und anderen gefährlichen Stoffen besondere Vorsicht geboten. Hier findest du einige praktische und einfache Grundregeln aus dem „1 x 1 der Laborpraxis“:

Beschriftung und Aufbewahrung von Chemikalien

Chemikaliengefäße sind eindeutig und dauerhaft zu beschriften. Auf den Gefäßen sind die Gefahrensymbole anzubringen. Flüssigkeiten gehören in enghalsige Flüssigkeitsflaschen, Feststoffe in weithalsige Feststoffflaschen. Es dürfen zur Aufbewahrung von Chemikalien keine Gefäße benutzt werden, die sonst zum Transport oder zur Lagerung von Nahrungsmitteln und Trinkwaren dienen. Chemikalien sind sorgfältig und bestimmungsgemäß (u. U. Kühlung) so aufzubewahren, dass sie sich nicht zersetzen. Von giftigen und brennbaren Stoffen ist nur eine kleine Menge im Laboratorium zu lagern, im Gebäudegang außerhalb des Laboratoriums dürfen keine Chemikalien aufbewahrt werden. Zweckmäßig ist die Einrichtung eines zentralen Chemikalienraums, in dem nach organisatorisch günstigen Kriterien die Chemikalien gelagert und verwaltet werden.

Transport von Chemikalien

Zum Transport von Chemikalien sind Eimer, Tragkästen o. ä. zu benutzen. Gasflaschen dürfen nur in besonderen „Bombenwagen“ transportiert werden. Im Laboratorium werden Chemikalienflaschen zum Transport grundsätzlich mit beiden Händen angefasst, wobei eine Hand am Hals anfasst, die andere am Flaschenboden. Chemikalien dürfen nicht in Aufzügen transportiert werden, in denen gleichzeitig Menschen oder Tiere transportiert werden.

Entnahme von Chemikalien

Der Hautkontakt mit Chemikalien ist zu vermeiden. Beim Öffnen einer Flasche wird diese vom Körper weggehalten, u. U. könnte sich in der Flasche ein Druck aufgebaut haben. Bei der Entnahme von Chemikalien überzeugt man sich, dass auch die richtige Flasche geöffnet wurde. Der Stopfen wird mit der breiten Fläche auf den Labortisch gelegt, so dass der Stopfen nach oben schaut. Die Entnahme einer Festsubstanz erfolgt mit einem sauberen und trockenen Spatel, niemals mit einem Reagenzglas die Substanz aus der Flasche „stechen“.

Umfüllen von Chemikalien

Zum Umfüllen größerer Feststoffmengen wird beim Umschütten ein Pulvertrichter benutzt. Flüssigkeiten werden aus der Vorratsflasche über einen Trichter in ein Zwischengefäß geschüttet und von dort mit einem Stechheber entnommen. Versehentlich zu viel entnommene Chemikalien werden nicht mehr in das Vorratsgefäß zurückgeschüttet. Werden aus Metallbehältern größere Mengen von brennbaren Lösemitteln entnommen, müssen alle Gegenstände und auch das Personal geerdet werden. Ansonsten kann es zu einer statischen Aufladung kommen und der Ausgleichfunke kann das Lösemittel in Brand setzen.

Bei Umfüllen mit einem Trichter muss immer sehr langsam geschüttet werden, damit die Luft aus dem Gefäß entweichen kann. Flaschen werden maximal zu 80 % gefüllt. Beim Ausgießen der Flüssigkeiten aus Flaschen wird die Flasche so gehalten, dass das Etikett nach oben zeigt, dann kann es nicht verätzt werden.

Aus: Eckhardt/Gottwald/Stieglitz, 1 x 1 der Laborpraxis: Prozessorientierte Labortechnik für Studium und Berufsausbildung, ISBN 978-3-527-31657-1

 

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