Halbleiterelemente

Gute Flipcharts zu erstellen ist eine Kunst – aber man muss nicht unbedingt künstlerisch begabt sein, um sie zu erlernen. Folgt man den Tipps, Tricks und praxisnahen Hinweisen im Buch „FlipchartArt“ der Trainerinnen Elke Meyer und Stefanie Widmann, können alle, die Trainings geben oder Workshops leiten, mit ein wenig Übung zu Flipchart-Profis werden. Hier stellen wir euch vor, was ihr Grundsätzliches wissen solltet.

 

Alle Entscheidungen aufs Flipchart!

Ein Flipchart zeichnet sich durch ganz besondere Eigenschaften aus. Es ist

  • ortsunabhängig
  • leicht transportabel und
  • somit leichter einsetzbar als andere Medien.

Es lässt sich in folgenden Situationen gewinnbringend einsetzen:

  • in Besprechungen
  • in Moderationen
  • in Seminaren
  • in Präsentationen

In jeder dieser Anwendungssituationen können eigene Äußerungen oder Bemerkungen aus dem Publikum schnell und flexibel auf dem Flipchart ergänzen. Dies kann vor allem dann hilfreich sein, wenn es darum geht, Entscheidungen festzuhalten. Wie oft passiert es, dass alle Beteiligten aus einer Besprechung gehen und jeder denkt, es sei klar, was zu tun sei. Und wenn man wieder am Schreibtisch sitzt, weiß fast keiner mehr genau, was besprochen wurde.

Deshalb: Unbedingt alles aufschreiben und das auf dem Flipchart ergänzen, was für die weitere Arbeit von Belang ist!

Genau dasselbe trifft zu, wenn es darum geht, Arbeiten und Aufgaben zu verteilen oder auch eine Einigung herzustellen, ein Commitment zu erzielen. Wenn ihr dieses nicht schriftlich festhaltet und jeder Beteiligte dazu laut „Ja“ gesagt hat, kann es leicht passieren, dass sich die Teilnehmenden nach dem Ende der Besprechung dem gemeinsamen Ergebnis oder Ziel nicht mehr verpflichtet fühlen.

Darum: Jede Einigung ist immer schriftlich auf dem Flipchart zu fixieren! Nur was Schwarz auf Weiß steht, kann von jedem Beteiligten akzeptiert werden.

 

Die Visualisierungen macht’s!

Prof. Dr. Friedemann Schulz von Thun bringt in seinem Buch „Klarkommen mit sich selbst und anderen: Kommunikation und soziale Kompetenz“ (S. 223 f.) die Bedeutung von Visualisierung in folgenden Worten auch für uns passend auf den Punkt: „Manche Besprechungen, manches Gespräch im kleinen Kreis, manche Konferenz, manche Beratung und sogar Psychotherapie würden mehr Verständnis und eine bessere Verankerung des Verstandenen erzielen, wenn die wesentlichen Punkte und Zusammenhänge visualisiert würden, und zwar aus dem Stegreif an Ort und Stelle. Es gibt heute nur wenige Zaubermittel für eine bessere Verständigung, die so selten benutzt werden! … Wie hilfreich könnten auf Konferenzen, Besprechungen und Informationsveranstaltungen aller Art kleine Schaubilder sein – Ausruh-Inseln für den Geist, wenn wir im Meer der Worte zu ertrinken drohen.“

FlipchartArt im Einsatz

Einsetzen könnt ihr das Flipchart etwa bis zu einer Publikumsgröße von 25 Personen. Bei dieser Größe bleibt eine freie Sicht auf das Medium gewährleistet und die Schrift ist gut lesbar – wenn ihr als Visualisierende groß und leserlich schreibt! Aber dazu kommen wir später.

Eine Stärke des Flipcharts ist, dass präsentierte Inhalte für die Zuhörenden dauerhaft im Sichtfeld bleiben. Einerseits wird damit ein „peripheres Erinnern“ unterstützt, wenn die Lerninhalte immer und immer wieder im Vorbeigehen oder beim „Umherschweifen mit den Augen“ am Rande wahrgenommen werden. Andererseits haben Trainer und Moderatoren immer wieder die Möglichkeit für Rückbezüge und Querverweise.

Will man diese Möglichkeit nutzen, ist es oft sinnvoll, zwei oder mehrere Flipcharts parallel zu zeigen und eventuell sogar zu bearbeiten. Durch die Visualisierung am Flipchart kann auf einfache Weise eine Brücke zum Publikum entstehen, sei dies eine Seminargruppe oder ein Team in einer Besprechung. Dies geschieht, indem ihr einfach und prägnant ein Bild für das Publikum entwickelt.

FlipchartArt verbindet!

Die Nähe zum Publikum entsteht weiterhin durch die Anwesenheit des Sprechenden und des Flipcharts im Zentrum des Blickfelds der Zuhörer. Diese zentrale Position erlaubt es, bequem in den Kontakt mit den Hörer:innen zu treten. Das holt die Zuhörer:innen aus der Passivität, aus der Konsumhaltung in die Aktivität.

Bei Flipcharts, die gemeinsam entwickelt werden, können die Zuhörenden einzelne Aktivierung der Zuhörer Inhalte „mitvollziehen“, in einer Geschwindigkeit, die sie mitdenken lässt. Das gibt ihnen die Chance, zu verstehen und sich auch nach längerer Zeit noch erinnern zu können. Das Gesagte können sie sofort oder später umsetzen und anwenden. Diese „Aktivierung“ funktioniert zum Beispiel durch offen gestellte Fragen wie:

  • „Was möchten Sie noch ergänzen?“
  • „Welcher Punkt ist aus Ihrer Sicht oder Erfahrung noch wichtig?“
  • „Was sollten wir in jedem Fall noch festhalten?“

Dabei kommt es darauf an, die Antwort der Teilnehmenden und in deren eigenen Wortlaut auf dem Flipchart zu ergänzen. Die Visualisierung hilft, dass die Teilnehmenden über mehrere Kanäle Zugang zu den Inhalten erhalten:

  • visuell und
  • auditiv.

Dies unterstützt die Teilnehmenden dabei, sich die Inhalte langfristig einzuprägen. Ferner bekommt das jeweilige Thema durch das gemeinsame Erarbeiten eine stärkere Überzeugungskraft und die Teilnehmenden werden das Thema/die Entscheidung eher mittragen können.

aus: Meyer/Widmann, FlipchartArt, 5. Auflage, Wiley-VCH, Weinheim, ISBN 9783527350230

Aus dem Buch:
Professionelles Vertriebsmanagement

Archive

Interesse an mehr?

Upea! Ein Erasmus-Semester in Finnland

Upea! Ein Erasmus-Semester in Finnland

Ein Interview mit David Pérez González. David hat mit einem Austauschprogramm an der Universität Jyväskylä studiert und macht nun den Master in Deutschland. Hier berichtet vom Erasmus-Semester in Finnland. Warum hast du dich für ein Erasmus-Semester in Finnland...

mehr lesen
Studium in Norwegen? Ein echtes Abenteuer!

Studium in Norwegen? Ein echtes Abenteuer!

Clara McKellar studiert Physik in Heidelberg und absolviert gerade ein Auslandsjahr an der Norwegischen Technisch-Naturwissenschaftlichen Universität (NTNU) in Trondheim. Hier berichtet sie von ihrem Studium in Norwegen. Wenn man an Norwegen denkt, fallen einem viele...

mehr lesen
Freud und Leid des digitalen Studiums

Freud und Leid des digitalen Studiums

Jessica Kaulfuß studiert Naturwissenschaftliche Forensik an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg. Hier berichtet sie, wie sie die Umstellung aufs Online-Studium erlebt hat und welche Vorteile des digitalen Studiums weiter genutzt werden sollten. Kalt erwischt: Umstellung...

mehr lesen