Wie wirkt sich der Klimawandel auf den Wein in Deutschland aus? Von einigen klimatisch besonders begünstigten Regionen am Kaiserstuhl und in der Südpfalz einmal abgesehen, haben Winzer*innen in Deutschland jahrhundertelang Rebsorten kultiviert, die am besten unter kühleren Bedingungen gedeihen. Dazu gehört vor allem der Riesling als die deutsche Rebsorte schlechthin, mit einem Anteil von 23 % an der gesamten Anbaufläche (Stand 2020).
Neue Realitäten im Weinbau
Die zunehmend wärmeren Temperaturen der letzten Jahre stellen die Branche nun vor neue Realitäten. Die Reben treiben mehrere Wochen früher aus als noch vor 50 Jahren, und der Beginn der Weinlese hat sich fast überall vom Oktober in den September verschoben. Die frühere Reife der Trauben ermöglicht es einerseits den Winzer*innen, die Trauben länger reifen zu lassen und so höhere Mostgewichte zu erzielen. Das frühe Austreiben erhöht andererseits aber die Gefahr durch Spätfröste, die nach wie vor bis in den Mai hinein auftreten können. Durch die warmen und trockenen Sommer leiden zudem viele heimische Rebsorten zunehmend unter Wasserstress. Was also tun? Um nicht in teure Frostschutzmaßnahmen und Bewässerungsanlagen im Weinberg investieren zu müssen, steigen viele Winzer*innen auf mediterrane Rebsorten um, die mit Hitze und Trockenheit besser zurechtkommen. Wo der Riesling geht, rücken Pinot Noir, Merlot und Syrah nach. Damit wirkt sich der Klimawandel auf den Wein in Deutschland: Aus dem Weißweinland Deutschland könnte so binnen einer Generation ein von roten Weinen dominiertes Land wie Frankreich oder Italien werden. Die zukünftigen Spitzenrieslinge kommen dann vielleicht aus Südengland, wo der Klimawandel ideale Bedingungen für den Riesling-anbau geschaffen hat.
Mehr Information dazu in: H. Gerós et al., „Grapevine in a Changing Environment“, ISBN 978-1-118-73605-0
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