Ein Interview mit Birgitta Kunz, Expertin für analytische Methoden
Wo arbeitest du aktuell, und was sind deine Aufgaben?
Ich arbeite bei einer Unternehmensberatung in „Regulatory Affairs“ für Pflanzenschutzmittel und -wirkstoffe unter „Analytischen Methoden“, also instrumenteller Analytik, und „Physico-chemischen Eigenschaften“ – meist als reiner Schreibtischjob. Langweilig wird es aber nicht, weil die Mittel und Wirkstoffe inklusive ihrer jeweiligen Eigenheiten wechseln. Man tauscht sich auch viel mit anderen Themengebieten aus. Im Puncto „Analytische Methoden“ beraten wir ebenfalls bei uns im Haus durchgeführte spezialisierte „higher tier“-Feldstudien.
Warum hast du Lebensmittelchemie studiert?
Ich habe gerne die Zutatenliste von Verpackungen beim Essen gelesen. Hauptsächlich hat mich aber der Verbraucherschutzaspekt angesprochen. Außerdem war ich neugierig auf die Lebensmittelchemische Gesellschaft (LChG), die größte Fachgruppe in der Gesellschaft Deutscher Chemiker, der GDCh. Fachlich ging es mir um Toxikologie, Chemie und Biochemie als Themen im Studium.
Welche Rolle spielen wissenschaftliche Methoden im Allgemeinen und deine Kenntnisse aus deinem Studium im Speziellen in deiner täglichen Arbeit?
Die meisten experimentellen Studien folgen internationalen Standards, z.B. Richtlinien der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Die instrumentelle Analytik beschäftigt sich hauptsächlich mit der Methodenvalidierung. Wenn etwas schief läuft, beginnt allerdings die Hypothesenbildung und der Vorschlag von praktischen Experimenten an das durchführende Labor. Aus dem Lebensmittelchemie-Studium hilft der weite Einblick in instrumentelle Analytik, die Zusammensetzung von Lebensmitteln für die Probenaufarbeitung und das EU-Recht. Organische Chemie kommt auch noch zum Einsatz.
Welche konkreten Auswirkungen hat deine Arbeit?
Ich hoffe, dass meine Dossierarbeit beiträgt, dass eine Entscheidung über die (Wieder-)Zulassung zügig fallen kann. Wenn Mittel zugelassen sind, bekämpfen sie Schädlinge und sorgen für Pflanzengesundheit mit möglichst wenig Ernteausfall, bieten also Nahrungssicherheit und Lebensmittelsicherheit.
Inwieweit sind ethische Fragen und gesellschaftliche Relevanz deiner Arbeit für dich wichtig?
Wirkstoffe sind Gifte für eine Gruppe von Schädlingen und könnten unbeabsichtigt auch andere Organismen schädigen. Also ist es wirklich wichtig, dass hohe Standards an die Studien gelegt werden, die sichere Anwendungen demonstrieren sollen.
Mir schmeckt mein Essen nach wie vor, denn ich mache mir wenig Sorgen um den Verbraucherschutz. Für die Festlegung von Rückstandshöchstgehalten („MRLs“) gelten strenge Kriterien, die auf aufwändigen Studien beruhen. Es liegt im Interesse der Händler, die Grenzwerte selbst zu messen, außerdem gibt es die amtliche Überwachung.
Natürlich denke ich, man sollte versuchen, den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln mit alternativen Methoden zu auf das Nötige zu beschränken, sodass Risiken für die Gesundheit von Mensch und Tier sowie für die Umwelt minimiert werden, „integrierter Pflanzenschutz“ genannt. Auch vielversprechend sind mikrobielle Wirkstoffe, also Mikroorganismen, die ausgebracht werden und auch Schädlinge bekämpfen können.
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