Wie verlief Oersteds Leben als Wissenschaftler?
Zunächst absolvierte Oersted ein naturwissenschaftliches Studium in Kopenhagen, seine Promotion widmete er der Naturphilosophie Immanuel Kants – war also schon früh darin geschult, den Blick auf die größeren Zusammenhänge zu lenken. Nachdem er einige Jahre zu Studienzwecken durch Europa gereist war, kehrte er 1804 nach Kopenhagen zurück. Dort ist er nicht nur zum Physiker von Weltruhm gereift, sondern hat auch in der Chemie geforscht und sich später der Astronomie gewidmet. 1829 initiierte er die Gründung der Polytechnischen Lehranstalt, der er bis zu seinem Tod auch als Rektor diente. Zudem war Oersted Literaturkenner und gehörte zu den frühen Förderern des Dichters Hans Christian Andersen.
Wie relevant ist Oersteds Entdeckung heute noch?
Auch wenn es später André-Marie Ampère war, der durch seine theoretischen Arbeiten zum Elektromagnetismus noch berühmter wurde: Die praktische Bedeutung von Oersteds Erkenntnissen ist kaum zu überschätzen. Ohne das Wissen um die Prinzipien des Elektromagnetismus wären weder moderne Stromerzeugung noch Elektromotoren denkbar. So war es nicht zuletzt Ernst Werner von Siemens (1816–1892), der – gleichsam auf den Schultern Oersteds – mit der industriellen Anwendung des Elektromagnetismus zu den bedeutendsten Unternehmern des 19. Jahrhunderts wurde. Und dann ist da noch die Maßeinheit „Oe“ (für die Stärke von Magnetfeldern nach dem sogenannten CGS-System) – sie ist von Oersteds Namen abgeleitet.
Auch als „Pionier des Rundfunks“ darf man Oersted bezeichnen. Daran erinnerte kein Geringer als Albert Einstein 1930 bei der Eröffnung der „7. Großen Deutschen Funkausstellung und Phonoschau“ in Berlin (ein Ausschnitt hier im Original): „Denkt an Oersted, der zuerst die magnetische Wirkung elektrischer Ströme bemerkte.“ Das machen wir.



