Wie entwickelte sich Sophie Germain zur großen Mathematikerin?
In der Bibliothek ihres Vaters entdeckte Sophie Germain bereits in ihrer Jugend ihre Begeisterung für die Mathematik. Latein und Griechisch brachte sie sich selbst bei, so konnte sie später die Schriften großer Mathematiker lesen. Doch zuvor wollte sie Mathematik studieren. Und da das für eine Frau zu dieser Zeit nicht möglich war, „lieh“ sie sich die Identität des Studenten Auguste Antoine Le Blanc. „Seine“ Arbeiten erregten Aufsehen, Joseph Louis Lagrange wollte „ihn“ kennenlernen. Sophie Germains Schwindel flog auf; aber Lagrange war begeistert und förderte sie, ohne ihr allerdings ein Studium an der École polytechnique ermöglichen zu können. 1815 wurde einer ihrer Arbeiten sogar ein Preis der französischen Akademie der Wissenschaften zuerkannt. Doch sie blieb der Verleihung fern – nicht zuletzt wegen des intriganten Verhaltens ihres „Kollegen“ Siméon Denis Poisson.
Wodurch wurde Sophie Germain berühmt?
Sophie Germain entwickelte eine mathematische Theorie zur Beschreibung der Elastizität von Festkörpern. Berühmt wurde sie aber vor allem durch ihre Arbeit an der sogenannten Fermatschen Vermutung. Diese war zur damaligen Zeit noch unbewiesen – und sollte dies sogar noch bis zum Ende des 20. Jahrhunderts bleiben. Obwohl also auch Sophie Germain keinen vollständigen Beweis vorlegen konnte, leistete sie doch einen wesentlichen Beitrag zu ihrer Entschlüsselung, insbesondere im Hinblick auf die Theorie der Primzahlen. Auf Sophie Germains Totenschein ist vermerkt, sie sei „ohne Beruf“ gewesen – und doch war sie zur großen Mathematikerin berufen. Das hatten bereits ihre Zeitgenossen Gauß und Lagrange erkannt. Heute weiß es die gesamte Welt der Mathematik. Mehr zur aktuellen Situation von Frauen in der Wissenschaft erfahrt ihr übrigens in diesem Beitrag.
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