Wie verlief die Karriere von Heike Kamerlingh Onnes?
Nachdem er seine wissenschaftliche Laufbahn in Groningen begonnen hatte, wechselte er schon kurz darauf zur Universität Heidelberg, um u. a. bei Gustav Robert Kirchhoff und Robert Wilhelm Bunsen zu studieren. Nach drei Jahren kehrte er wieder nach Groningen zurück, wo er mit einer Arbeit über „Neue Beweise für die Drehung der Erde“ promovierte. 1882 wurde er Professor für experimentelle Physik an der Universität Leiden, wo er ein Tieftemperaturlabor (oder auch Kyro-Labor) installierte. Dort gelang es ihm im Juli 1908, Helium zu verflüssigen – er produzierte etwa eine kleine Teetasse der kostbaren Flüssigkeit. Und er schaffte es, die Flüssigkeit auf eine für damalige Verhältnisse unglaublich niedrige, dem absoluten Nullpunkt sehr nahe Temperatur zu kühlen. Nach der Verleihung des Nobelpreises für Physik 1913 wurden Heike Kamerlingh Onnes zahlreiche weitere internationale Auszeichnungen zuteil.
Warum gilt Heike Kamerlingh Onnes als Entdecker der Supraleitung?
Heike Kamerlingh Onnes untersuchte systematisch die Eigenschaften von Stoffen bei tiefen Temperaturen. 1911 stellte er in seinem Labor beim Abkühlen von Quecksilber fest, dass dessen Leitungswiderstand ab einer bestimmten Temperatur, der sogenannten Sprungtemperatur, praktisch auf null zurückgeht. Das war die Geburtsstunde der Supraleitung.
Warum ist Supraleitung als Thema so wichtig?
Supraleitung ist heute sowohl als Thema der physikalischen Grundlagenforschung als auch für anwendungsbezogene Wissenschaftszweige von enormer Bedeutung. Mittlerweile ist für eine Reihe von Materialien belegt, dass sie Strom verlustfrei leiten können. Ein aus praktischer Sicht hochrelevantes Ziel ist die Entwicklung von Supraleitern, die auch bei höheren Temperaturen, ja gar Raumtemperatur Strom widerstandsfrei leiten. Das würde enorme Strommengen einsparen.


